Von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert

Anfänge

Gegründet wurde das Tiroler Symphonieorchester-Innsbruck im Jahre 1893, anlässlich der ersten Tiroler Landesausstellung. Gründer war der Innsbrucker Musikvereinslehrer Martin Spörr, später ebenfalls Mitbegründer der Wiener Symphoniker und deren langjähriger Direktor. Das Orchester hatte sehr schnell große Erfolge bei der Übernahme der musikalischen Aufgaben im Theater, im Musikverein und beim Aufbau des Fremdenverkehrs in Innsbruck. Hervorragende Persönlichkeiten wie Max Köhler, Emil Schennich und Fritz Weidlich brachten das Orchester über die sehr schwierige Zwischenkriegszeit, vor allem mit der Pflege von Verdi und Wagner, Bruckner und Mahler, aber auch Johann Strauß, Lehár, Kálmán, Suppé, Fall und Millöcker.


Stadtorchester Innsbruck 1893

Nach 1945

Nach dem zweiten Weltkrieg begann auch für das Tiroler Symphonieorchester-Innsbruck die Zeit des Wiederaufbaus, für den Musikdirektor Prof. Fritz Weidlich verantwortlich zeichnete. Otmar Suitner dirigierte eine Reihe von vielbeachteten Konzerten und trat selbst als Solist am Klavier auf. Auch zahlreiche andere Größen der Musik gaben sich in Innsbruck ein Stelldichein: Ernst von Dohnanyi, Pierre Fournier, Enrico Mainardi. Die Konzerte und Opernaufführungen hatten nach einhelliger Auffassung der Kritik "Großstadtformat" und "philharmonische Qualität". Leonie Rysanek nahm als Desdemona in Innsbruck ihren Aufstieg. Nikolaus Harnoncourt gehörte dem Orchester 1952 als Cellist an. Unter Musikdirektor Kurt Rapf begann sich auch das Karussell berühmter Gastdirigenten richtig zu drehen, eine Entwicklung, die 1954 im neuerbauten Innsbrucker Stadtsaal mit Hans Knappertsbusch ihren Anfang nahm.

Edgar Seipenbusch (* 1936, † 2011)

Seither hat das Tiroler Symphonieorchester-Innsbruck unter seinen Musikdirektoren Prof. Dr. Robert Wagner, Prof. Karl Randolf und Edgar Seipenbusch mit einer langen Reihe von Solisten und Gastdirigenten von internationalem Ruf konzertiert. Besonders unter dem langjährigen Musikdirektor Edgar Seipenbusch gab es mit Bravour gemeisterte Schwerpunkte auf der zyklischen Pflege von Mozart, Bruckner und Mahler und in der Oper von Mozart, Verdi und vor allem von Richard Strauss und Richard Wagner. Denkwürdig bleiben die Aufführungen von Bergs "Wozzeck" und "Lulu". Selbstverständlich stellte sich das Orchester auch in den Dienst der zeitgenössischen Musik, mit zahlreichen Erst- und Uraufführungen vor allem lebender österreichischer Komponisten.

 

Kasper de Roo

Diese Pflege führte auch der Niederländer Kasper de Roo, von 1992 bis 1997 Musikdirektor von Innsbruck, weiter, wobei auch die Klassiker des 20. Jahrhunderts, allen voran Igor Strawinsky, in den Vordergrund gestellt wurden. Doch nach wie vor blieb das Repertoire weitgespannt, mit erkennbaren Schwerpunkten auf der französischen und russischen Musik, ebenso wie auch weiterhin auf Mozart, Bruckner und anderen Fixpunkten des bewährten Repertoires.


 

 

Georg Schmöhe

Von 1997 bis 2004 leitete der deutsche Dirigent Georg Schmöhe, ehemaliger GMD von Kassel, das Tiroler Symphonieorchester-Innsbruck. Das Innsbrucker Konzertleben bereicherte er durch die Einführung der "Vorkonzerte", wo Stücke in Ergänzung zum Hauptprogramm geboten wurden, manchmal auch als bewusster Kontrast, weiters durch das vermehrte solistische Einbinden von Orchestermusikern sowohl in die Abokonzerte, wie durch die Anregung der "Sonntagsmatineen".
Interessant waren auch die Kooperationen mit dem Haydn-Orchester Bozen, wo gemeinsam große Werke der Orchesterliteratur (Alpensymphonie, 6. Mahler) in Innsbruck und in Südtiroler Konzertsälen aufgeführt wurden, wie auch mit dem Orchester der Musikschule Innsbruck, wo junge Talente gemeinsam mit Orchestermusikern auftreten.


Dietfried Bernet (*1940, † 2011)

Ab der Saison 2005/2006 übernahm der gebütige Wiener Prof. Dietfried Bernet als Ehrendirigent und Musikdirektor die Leitung des Tiroler Symphonieorchesters - Innsbruck. Prof. Bernet kann auf eine große internationale Karriere verweisen und hat in vielen bedeutenden Opernhäusern und und Konzertsälen der Welt dirigiert. Dem Innsbrucker Publikum ist Dietfried Bernet durch seine erfolgreiche Opernproduktion am Tiroler Landestheater ("Frau ohne Schatten") bestens bekannt.

 




Georg Fritzsch

Mit Beginn der Spielzeit 2009/2010 wird Georg Fritzsch zum neuen Chefdirigenten des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck bestellt. Diese Aufgabe übernimmt er für die Dauer von zwei Spielzeiten zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Kiel. Georg Fritzsch hat sich in Innsbruck bereits beim Symphoniekonzert im November 2008 mit großem Erfolg bei Publikum und Presse vorgestellt. In der Spielzeit 2009/2010 wird der designierte Chefdirigent drei Symphoniekonzerte und das Neujahrskonzert dirigieren, sowie die musikalische Leitung einer Opernproduktion übernehmen.

 

 



Christoph Altstaedt

Studierte Klavier und Dirigieren an den Musikhochschulen in Detmold und Hannover, sowie an der Hochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er als Stipendiat des Deutschen Dirigentenforums durch Meisterkurse bei Kurt Masur, Sebastian Weigle und Jorma Panula, als Assistent von Pierre Boulez im Rahmen des Composer Project der „Lucerne Festival Academy“, sowie als “Conducting Fellow” in Tanglewood durch James Levine, André Previn und Bernard Haitink.

Von 2006 bis 2007 war er am Staatstheater am Gärtnerplatz engagiert, wo er Gianni Schichi, La Traviata, Die Entführung aus dem Serail, Die Zauberflöte, Hänsel und Gretel, Die lustigen Weiber von Windsor, Werther, sowie Peter Maxwell Davies’ Kinderoper Cinderella dirigierte.

Das von ihm 2003 gegründete „Junge Klangforum Mitte Europa“, das Musiker aus Deutschland, Tschechien und Polen vereint, wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 2004 mit dem "Grant for Young Artists" des „Praemium Imperiale“, 2005 mit dem „Marion-Dönhoff-Preis“ der Zeitstiftung und 2006 mit dem „Europäischen Jugendorchesterpreis“ der Stiftung „Pro Europa“. Seit der Spielzeit 2010 ist Christoph Altstaedt als Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein engagiert und debütiert u.a. beim Symphonieorchester in Helsingborg, der Komischen Oper Berlin und dem Bundesjugendorchester.

Mit Beginn der Spielzeit 2011.12 wurde Christoph Altstaedt zum Chefdirigenten des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck ernannt.

 

Francesco Angelico

Der junge italienische Dirigent, der nach seinem Violoncello-Studium in Modena von 2003 bis 2006 Dirigieren bei Giorgio Bernasconi an der Musikhochschule Lugano studierte, erobert derzeit die internationale Konzert- und Opernwelt. Mit dem Gewinn des 2. Preises beim Malko Wettbewerb machte Francesco Angelico 2009 erstmals international von sich reden. 2011 gewann er den Deutschen Dirigentenpreis.

2013.14 debütierte er beim Gewandhausorchester Leipzig, bei den Bochumer Symphonikern sowie dem Stavanger Symphony Orchestra und folgte Wiedereinladungen u. a. zum Orchestra Svizzera Italiana und Trondheim Symphony Orchestra. Er dirigierte das Tonhalle Orchester Zürich, die Badischen Staatskapelle Karlsruhe und das Staatsorchester Wiesbaden.

Regelmäßiger Gast ist er auch an der Mailänder Accademia Teatro Alla Scala, wo er im Februar 2013 Rossinis Il barbiere di Siviglia leitete. 2013 gab er mit der Musikalischen Leitung von Henzes Elegie für junge Liebende seinen erfolgreichen Einstand an der Bayerischen Staatsoper.

Am TLT gastierte Francesco Angelico 2012 als Musikalischer Leiter der konzertanten Aufführung von Donizettis Maria Stuarda. 2013.14 wurde er Chefdirigent des TSOI und hatte zudem die Musikalische Leitung von La forza del destino und Tiefland. Mit Beginn der Spielzeit 2014.15 übernahm er außerdem die Chefdirigentenposition des TLT und wird neben der Konzertreihe des TSOI für die Musikalische Leitung der Opernproduktionen Adriana Lecouvreur und Pique Dame verantwortlich sein.